Welcher Essig passt wozu?

Es muss auch nicht immer Apfelessig oder italienischer Balsamico sein. Neben Wein können auch fast alle Obst- und sogar einige Gemüsesorten als Grundlage für feine Essige dienen. Und weil Essig zu fast allem passt, lohnt es sich durchaus mehr als eine Spezialität im Haus zu haben. Bloß wann eignet sich welcher Essig am besten?

Weinessig

Sowohl aus Rot- als auch aus Weißwein werden säuerlich-frische Essige hergestellt. Weinessige eignen sich besonders gut zum Einlegen von Speisen. Aber auch Saucen und Fleischmarinaden freuen sich über die Zugabe von Weinessig. Als Faustregel gilt: Hell zu hell und dunkel zu dunkel. Für die Praxis bedeutet das zum Beispiel Weißwein- oder Champagneressig für Sauce Hollandaise, Gemüse oder Fisch und Rotweinessig zu Wildfleisch und dunklen Saucen. Grundsätzlich kann aus jedem Wein Essig hergestellt werden. Manche Rebsorten sind besonders aromatisch wie der Zweigelt Rotweinessig oder edler Weißweinessig aus Neuburger Trauben aus der Manufaktur Gegenbauer.

Aceto Balsamico

Auch Balsamessig wird aus roten oder weißen Weintrauben gewonnen. “Aceto Balsamico di Modena” gilt als König unter den Essigen und darf nur so beworben werden, wenn er aus den italienischen Provinzen Modena oder Reggio Emilia stammt. Er wird aus eingekochtem Traubenmost hergestellt und reift jahrelang in Holzfässern. Aceto Balsamico ist dickflüssiger und süßlicher als andere Sorten. Ob Tomate-Mozzarella, pikante Saucen oder Erdbeeren: Der italienische Essig ist der Renner in der mediterranen Küche und eignet sich besonders gut zum Verfeinern.

Obst- und Gemüseessig

Zu den bekanntesten und beliebtesten Fruchtessigorten gehört zweifelsohne Apfelessig. Er schmeckt mild, fruchtig und passt zu fast allen Gerichten, von Salaten über Suppen bis hin zu Fisch und Fleisch. Es gibt noch fruchtigere Sorten, wie Himbeer- oder Brombeeressig von Pödör, die sich hervorragend zum Einlegen von Obst eignen. Sogar mit Desserts harmonieren sie sehr gut und verleihen zum Beispiel Eiscrème ein gewisses Extra. Das gilt auch für Essige aus Gemüse: Natürlich passt Tomatenessig wunderbar zu Tomatensalat, aber auch über einem Stück Karottenkuchen überrascht die feine Säure. Mit aromatischen Gemüse- und Fruchtessigen können Sie wunderbar in der Küche experimentieren.

Andere Essige

Ein häufig verwendeter Essig ist Branntweinessig. Er steckt in vielen Lebensmitteln und hat im Gegensatz zu den oben genannten Sorten keinen Eigengeschmack - ist damit also eher neutral. Aromatisierte Essige sind, wie ihr Name schon erahnen lässt, deutlich geschmacksintensiver. Sie werden mit Kräutern und Gewürzen angesetzt und erhalten dadurch ein besonderes Aroma. Solche Essige eignen sich vor allem zum Marinieren von Fleisch oder Gemüse, für Dressings oder zum Abschmecken von Suppen und Pfannengerichten.

Übrigens: Auch außerhalb der Küche kann Essig zum Einsatz kommen. Wenn Sie Essigreste im Haus haben, können Sie diese zum Reinigen von Töpfen und Pfannen verwenden oder sogar Kalk entfernen.