Portweinkunde - die wichtigsten Portweinsorten

TAWNY PORT

Wie Ruby Port ist auch Tawny Port ein Verschnitt von jungen Weinen aus verschiedenen Jahrgängen. Tawnies reifen durchschnittlich ca. 3 Jahre in Holzfässern, bevor sie verschnitten und trinkreif in Flaschen gefüllt werden. Wie der Name bereits verrät (tawny bedeutet so viel wie gelbbraun), tendieren Tawny Portweine dazu, ein wenig heller zu sein. Tawnies zeigen orange-rotbraune, bernsteinfarbene Töne und schmecken im Gegensatz zu kräftigen, rotfruchtigen Ruby Ports eher nach Nüssen, Mandeln und Trockenfrüchten. Alte Tawnies von höherer Qualität tragen eine Altersangabe auf dem Etikett. Diese Angabe bezieht sich auf die durchschnittliche Anzahl von Jahren, die der Wein vor der Flaschenfüllung im Fass reifen konnte.
Die Jahre im Holzfass mildern die Farbe alter Tawnies, verleihem ihnen eine größere Komplexität und intensivieren den typischen Geschmack nach Nüssen und Rosinen.

COLHEITA

Ein Colheita ist - vereinfacht gesagt - ein Tawny Port, dessen Grundweise alle aus dem gleichen Jahrgang stammen. Colheitas müssen mindestens 7 Jahre können aber auch bis zu 10 Jahre  in Holzfässern reifen. Das Jahr der Ernte und der Flaschenabfüllung sind auf dem Etikett angegeben. So kann man errechnen, wie lange der Colheita Port in Holzfässern gereift wurde. Colheitas begeistern durch ihre Finesse und durch den nuancierten, feinen und präzisen Geschmack. Dazu kommen Eigenheiten des jeweiligen Erntejahrgangs. Für Johannes King sind die Colheita's immer ein Meisterstück einer einzelnen Quinta.


RUBY PORT UND RESERVE

Ruby Ports sind Verschnitte von jungen Weinen aus verschiedenen Jahrgängen. Die einzelnen Grundweine reifen durchschnittlich 3 Jahre in Holzfässern bevor sie geklärt, verschnitten und trinkfertig in Flaschen abgefüllt werden. Die körperreichen und fruchtigen Ruby Ports zeigen kräftige, junge Aromen von roten Früchte. Sie sind gut ausbalanciert und frisch am Gaumen.

Reserve Ports haben eine ähnlich frische Stilistik und die gleiche dunkelrote Farbe wie Ruby Ports. Sie werden grundsätzlich ähnlich zu den Ruby Ports hergestellt, für Reserve Ports werden allerdings Trauben von höherer Qualität verwendet. Während der Reifezeit von 4 bis 7 Jahren gewonnen Reserve Ports an Komplexität.

LBV - LATE BOTTLED VINTAGE

Ein LBV ist ein Portwein der besten Lagen eines einzelnen Jahrgangs, welches nicht zwingend ein Portweinjahr sein muss. Der Wein wurde etwas länger im Fass gelagert (4 bis 6 Jahre), um ihn hinterher gefiltert in Flaschen abzufüllen. Manche Weingüter füllen ihn wie einen Vintage unfiltriert ab, was ihn länger in der Flasche weiter reifen lässt. Im Normalfall ist ein LBV zum sofortigen Verzehr produziert. LBV's haben kräftige, attraktive Aromen, einen vollen, fruchtigen Geschmack und einen langen, süßen Abgang verbunden mit einer durch die Holzfassreifung erlangten Geschmeidigkeit.

Ältere LBV's sollten unbedingt dekantiert werden.

VINTAGE PORT

Die Königsklasse der Portweine sind die Vintage Ports. Diese ganz besonderen Portweine werden nur aus den besten Weingütern in den besten Lagen der Regionen Cima Corgo und Douro Superior hergestellt und nur in außergewöhnlich guten Jahrgängen, die von den Erzeugern als "Vintage-Jahrgänge" deklariert werden.
Vintage Ports kommen nach 2 oder 3 Jahren Holzfasslagerung ungefiltert in die Flasche und reifen dort mindestens weitere 15 Jahre, bevor sie ihren Höhepunkt erreichen. Viele der Vintage Ports werden auch nach 30 Jahren oder länger noch immer besser im Geschmack.

Vintage Portweine haben in ihrer Jugend eine tiefdunkle, violett-schwarze Farbe, die mit zunehmender Reife schwächer wird. Die Struktur und Komplexität des Weins wird dahingegen immer ausgeprägter und entwickeln herrlich duftende Aromen von dunklen, reifen Früchten und einen konzentrierten, vollen Geschmack.

Vintage Portweine müssen liegen aufbewahrt werden und vor dem Servieren dekantiert werden. In den zuletzt als Vintage deklarierten Portweine waren jene aus den Jahren 1963, 1966, 1970, 1975, 1977, 1980, 1983, 1985, 1991, 1994, 1997, 2000, 2003, 2007, 2011, 2016 und 2017. Die älteren Portweine davon werden sich auch nach 2020 noch gut weiterentwickeln.


CRUSTED PORT

Crusted Ports haben ihren Namen aufgrund des Bodensatzes, den der Port in der Flasche hinterlässt (engl. crust = Kruste). Crusted Ports wurden erst im 20. Jahrhundert eingeführt, vor allem um Liebhaber von Vintage Ports anzusprechen: Obwohl der verheißungsvolle Begriff "Vintage" nicht auf dem Etikett steht, bietet ein Crusted Port ähnliche Qualitäten wie ein Vintage, aber zu einem deutlich günstigeren Preis.
Crusted Port wird aus mehreren Jahrgängen verschnitten, bleibt ungefiltert, kommt jung in die Flasche und reift dort mindestens 3 Jahre bevor er in den Verkauf gelangt. So wie Vintage Port entwickelt sich auf der Crusted Port in der Flasche deutlich weiter und gewinnt an Finesse und Konzentration.