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DENKE ICH AN PORTWEIN ...


GEREIFT, GELESEN, GEATMET UND GELIEBT

Fragt man Johannes King nach seinen eindruckvollsten Reiseerlebnissen, stehen die Besuche im Douro-Tal sicherlich ganz oben bei ihm auf der Liste. Der berühmte Wein aus Portugal, benannt nach der Hafenstadt Porto, ist eines seiner Lieblingsprodukte im eigenen Online Shop. Fasziniert ist er von den ausgereiften Geschmacksvariationen, den jahrhundertealten Traditionen der dort ansässigen Weingüter (Quintas) und von der bewegten Geschichte der englischen und holländischen Importhäuser mit großen Namen – deren Segelschiffe die Archetypen vom modernen Portwein Versand sind.


PORTWEIN - DIREKT VON PORTO NACH SYLT

Portwein, das berühmteste Produkt dieser Landschaft, verdankt seinen Namen der Stadt Porto an der Atlantikküste, von wo aus der Wein seit mehr als drei Jahrhunderten vermarktet wird. Das obere Douro-Tal war 1756 die weltweit erste Region, die offiziell als Anbaugebiet für einen bestimmten Wein, eben Portwein, gekennzeichnet wurde. Damit sollte die aufgrund ihrer Böden für Portwein am besten geeignete Herkunftsregion klar abgegrenzt und deklariert werden.

AUF DIE LAGE KOMMT ES AN

Weinbergslagen für Portwein werden auf einer Skala von A (erstklassig) bis F bewertet. Dabei sind Seehöhe, Exposition zur Sonne und Bodenqualität entscheidend. Die meisten erstklassigen Portwein-Lagen gibt es im Herzen des Douro-Tals: in der Region Cima Corgo. Hier fällt weniger Regen und die Sommertemperaturen sind höher als in der weiter westlich liegenden Region Baixo Corgo. Daher kommen die meisten hochwertigen Tawny, Late Bottled Vintage (LBV) und Vintage Ports aus dem Cima Corgo. Weiter flussaufwärts in Richtung Spanien liegt das Anbaugebiet Region Douro Superior, der trockenste, heißeste und am dünnsten besiedelte Teil des Douro-Tals. Derzeit umfasst das amtliche Portweingebiet eine Fläche von 250.000 ha, wovon allerdings nur 38.500 ha mit Wein bepflanzt sind. Sie werden von etwa 33.000 Traubenproduzenten bewirtschaftet. Portwein wird aus autochthonen, sehr eigenständigen, unvergleichbaren Traubensorten produziert. Bis zu 80 verschiedene Rebsorten sind für die Portweinherstellung zugelassen.

HARTE BEDINGUNGEN ALS IDEALE VORAUSSETZUNGEN FÜR KRÄFTIGE UND KONZENTRIERTE PORTWEINE

Nur wenige Pflanzenarten können sich im extremen Klima des Douro-Tals im Nordosten Portugals behaupten. Klirrende Kälte im Winter wechselt mit extremer Hitze im Sommer, wenn die Temperatur in den steilen und felsigen Hängen auf über 35°C klettert. In der glühenden Sonne konkurrieren Oliven-, Orangen-, Feigen- und Mandelbäume mit den Weinstöcken um die wenigen Nährstoffe im Schieferboden. In den heißesten Monaten sinkt die Niederschlagsmenge hier auf jene in einer Dürre Region, vor allem, wenn sich die vom Atlantik heranziehenden Wolken bereits über den westlich des Douro-Tals liegenden, 1.400 m hohen Bergen von Marão und Montemuro abregnen. Aber gerade diese harten Bedingungen bieten ideale Voraussetzungen für kräftige und konzentrierte Weine. In den allermeisten Jahren gewinnen die zähen Rebstöcke den Kampf gegen die Launen des Wetters und bringen dann pralle Trauben mit vielen kleinen, dickschaligen, perfekt ausgereiften und hocharomatischen Beeren hervor. Die Hänge am Douro sind meist so steil und unzugänglich, dass die Weinberge mühsam in den Berg gegraben werden müssen.

Das Douro-Tal als Weltkulturerbe

Über Jahrhunderte hinweg konnten Weinberge nur durch den Bau von Trockenmauerterrassen angelegt werden, die oft nur einer einzigen Rebzeile Platz bieten. Diese Terrassen prägen bis heute die charakteristische Landschaft des Douro-Tals und trugen dazu bei, dass das Tal zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde: Tatsächlich kommt ihr Bau einer heldenhaften Kulturleistung gleich. Die Entdeckung von fossilen Traubenkernen im Douro-Tal weisen darauf hin, dass hier bereits seit 4.000 Jahren Reben kultiviert werden. So ist kein Wunder, dass die Weinbergsterrassen des Douro-Tals manchmal an die alten Pyramiden erinnern: steil aufragend, aus Stein erbaut, sonnenüberflutet, majestätisch, magisch.